Die primion Technology AG baut derzeit ein sehr großes Sicherheitssystem beim Flughafen Frankfurt ein. Auftraggeber ist die Betreibergesellschaft Fraport AG. Mit dem neuen System werden teilweise bestehende Anlagenkomponenten ersetzt bzw. integriert. Im Wesentlichen teilt sich das Projekt in Zutrittskontrolle, Ausweis-/ Besucherverwaltung, Gate-Steuerung und Zeiterfassung. Auch für die Fraport AG gehört dieses Projekt derzeit zu den umfangreichsten und größten IT-Projekten. Ständig wachsende Anforderungen an die Sicherheit auf Flughäfen aber auch die jüngsten Diskussionen um die Zuverlässigkeit gängiger Leseverfahren verleihen dem zukünftigen System zusätzlich an Bedeutung. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf mehrere Millionen Euro, die Projektlaufzeit ist für mehrere Jahre veranschlagt.
"Schon das installierte Testsystem ist vom Umfang her größer als so manches andere Kundensystem", verdeutlicht Jürgen Eichhorn, der als Projektleiter von primion für das Projekt verantwortlich zeichnet. Sein Team besteht aus durchschnittlich 20 bis 25 Personen vor Ort und in den Entwicklungsabteilungen. Die Kundenanforderung ist kein Standard, dementsprechend ist die Anforderungsliste sehr lang. Die kundenspezifischen Anforderungen umfassen z. Zt. rund 1.000 verschiedene Einzelanforderungen.
Zur Präzisierung dieser Anforderungen wurden bisher 10 unterschiedliche Feinkonzepte für Software (Arbeitszeiterfassung, Zutrittskontrolle, Ausweisverwaltung und Gate-Access-System), Dokumentation, Service, Abnahme, Schulung und Infrastruktur (Infrastruktur allgemein und Rollout) entwickelt die ergänzend zu der Compliance - Liste für die Umsetzung des Projekts herangezogen werden.
Schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt hatte sich die Fraport AG im Bereich der Zutrittskontrolle und der Absicherung der Gates für ein technologisch hochmodernes RFID-System entschieden, das derzeit als unüberwindbar gilt. Über 4.000 Terminals, z. T. in speziellen Anfertigungen wie etwa Gatesteuerung im Innen- und Außenbereich sowie rund 1.000 Steuereinheiten (IDT 32) werden im Endausbau des Projekts zu installieren bzw. auszutauschen sein. Darunter auch die Gate-Steuerung für den Neubau am Terminal 1 (A-Plus), der speziell für den Airbus A 380 erstellt wird. Die Arbeit am Gate-Access-System stellt eine besondere Herausforderung dar: Das Hessische Ministerium für Wirtschafts-, Verkehrs- und Landesentwicklung (HMWVL) muss die Zutrittskontrolle für jede einzelne Tür abnehmen.
Zudem muss zusätzlich unterschieden werden zwischen Fluggästen aus dem Schengener Raum und solchen, die aus Staaten kommen, die nicht zum Schengener Abkommen gehören. Eine anspruchsvolle Aufgabe stellt die Steuerung der Fluggastströme durch bauliche Gegebenheiten für die primion-Technik vor Ort dar. Auch für die Software-Entwicklung bei primion sind diese Anforderungen nicht alltäglich. Das Fraport Projekt stellt durch die hohen Sicherheitsanforderungen des Flughafens und durch den Einsatz neuester Technologien eine interessante Aufgabenstellung dar.
Auch das bisherige Ausweisverwaltungssystem bei Fraport wird mit Hilfe der primion Soft- und Hardware völlig neu strukturiert. Für rund 70.000 Ausweise müssen durch zahlreiche Schnittstellen die verschiedensten Berechtigungen ermöglich werden. So erhält z. B. ein Fremdfirmenmitarbeiter für das Intranet bei Fraport nur Zugang, wenn er einen gültigen Ausweis vorweisen kann. Weitere Schnittstellen zur primion Zutrittskontrolle, zur Kantinenabrechung (über Ausweis), zum Tanksystem, zum ERP-System, zur primion-Zeiterfassung mit ERP-Systemschnittstellen, Schnittstellen zur Erteilung von Zuverlässigkeitsüberprüfungen sowie Schnittstellen zur Berechtigung für Schließfächer werden implementiert. Im Vorgriff auf die Umstellung auf das neue Ausweisverwaltungssystem müssen die vorhandenen Berechtigungsstrukturen derzeit überarbeitet werden.
Der Sicherheitsleitstand psm2200 von primion spielt eine wichtige Rolle bei sämtlichen Installationen und Neustrukturierungen am Frankfurter Flughafen. Er ermöglicht die einheitliche Bedienung unterschiedlicher Hardware sowie die systemübergreifende Überwachung und automatische Einleitung entsprechender Maßnahmen, wie beispielsweise von Alarmen. Sämtliche Meldungen werden visualisiert, bearbeitet, weiterverteilt und protokolliert.
Mit dem Projektteam und dem bisher gezeigten innovativen Vorgehen im Projekt am Frankfurter Flughafen ist Dr. Jörg Wacker, Leiter der Fraport-Abteilung IUKAF2 (Informations- und Kommunikationssysteme) sehr zufrieden: "Neben der intensiven Zusammenarbeit beider Projektteams von primion und Fraport ist die hohe Präsenz der primion Mitarbeiter vor Ort ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Projekt. Erste Früchte trägt das gute Teamwork mit dem Erreichen eines wichtigen Meilensteins zur Inbetriebnahme eines Mustergates, um das komplexe Zusammenwirken aller Systemkomponenten des Gate Access Systems veranschaulichen und testen zu können."
Für primion bleibt es weiter spannend. Denn durch die derzeitigen Arbeiten und Begehungen der Örtlichkeiten sowie Besprechungen von Detailpunkten mit den Endanwendern am Frankfurter Flughafen ergeben sich laufend neue Gesichtspunkte für Erweiterungen oder den Austausch bestehender Installationen und Gerätschaften. "In diesem Projekt steckt viel Herzblut", verdeutlicht Jürgen Eichhorn den Stellenwert dieser außergewöhnlichen Herausforderung.
