Industriepark Höchst in Frankfurt a.M.

Mechatronische Security- Lösungen auf passiver RFID-Transponderbasis

Am Beispiel des Industrieparks Höchst zeigen sich die Herausforderungen und Möglichkeiten eines modernen On- und Offline-Zutrittskontrollsystems gut in der Praxis. Ehemals ein zentraler Standort für Forschung, Produktion und Administration für den Höchst-Konzern, hat sich der Industriepark in den 90er Jahren auch für neue, konzernfremde Unternehmen geöffnet. Der Industriepark Frankfurt-Höchst ist heute Sitz von über 80 Unternehmen aus den Bereichen Chemie, Life Sciences und Health Care. Darunter befinden sich global agierende Konzerne ebenso wie kleine, innovative Firmen und Dienstleister. Rund 22.000 Menschen gehen hier täglich ihrer Arbeit nach.

Durch die ganz unterschiedlich gelagerten Problemstellungen der einzelnen Firmen beschränkt sich die Aufgabe der Zutrittskontrolle nicht allein auf die Grenzen des Industrieparks (Perimetersicherheit): Sie setzt sich unter Umständen bis in die einzelnen Gebäude und Räumlichkeiten fort (Gebäudesicherheit). Auf vier Quadratkilometern befinden sich über 800 Gebäude. Als Standortbetreiber ist Infraserv Höchst (ISH) unter anderem zuständig für die Zutrittskontrollen an den Zufahrten und Zugängen zum Industriepark. Geht es um den Schutz von sensitiven Daten wie Forschungsunterlagen, Produktionsdetails und allgemein besonders schützenswerten Informationen, dann werden Zutrittskontrollsysteme auch für den Einsatz innerhalb der Gebäude interessant. Besonders in einem Industriepark mit seinen vielen Besuchern und Firmen verlangen viele Unternehmen mehr Schutz als nur die Absicherung der Werksgrenze.

Dabei geht der Trend weg vom herkömmlichen Schließsystem mit mechanischen Schließzylindern hin zu variablen und intelligenten Schließsystemen, die zwar eine nicht unerhebliche Anfangsinvestition mit sich führen, sich über ihren Lebenszyklus aber doch rechnen.
Besondere Anforderungen an solche Systeme sind:

  • Einfache Vergabe von Berechtigungen: Diese müssen sofort wirksam sein und zentral verwaltet werden.
  • Dynamische Zutrittsregelungen: Während die Putzfrau nur Montags bis Freitags von 8 Uhr bis 17 Uhr Zutritt hat, soll ein Servicetechniker rund um die Uhr ins Gebäude dürfen.
  • Nachvollziehbarkeit: Der Zutritt muss sich protokollieren lassen.
  • Zuverlässigkeit: Das System muss auch bei Ausfällen des Netzwerks oder der Rechner-Hardware weiter funktionieren.

Bei diesem Sicherheitssystem geht es also um mehr als eine klassische Zutrittslösung, erklärt Bernd Dörwald vom Kompetenzzentrum Sicherheit bei Infraserv. Dort hat man sich deshalb für das System Visual Web von primion entschieden.

Zwei wichtige Unterscheidungsmerkmale zu anderen Fabrikaten waren:

  • die Möglichkeit der Verwendung von Offline-Komponenten mit zentraler Berechtigungsverwaltung, ohne dass umständliche Schließpläne für die mechatronischen Komponenten gepflegt werden müssen.
  • Die Zutrittsrechte werden aktuell auf dem Ausweis zu den mechatronischen Komponenten transportiert. Das ist ein Riesenvorteil, da bei Änderungen keine Umprogrammierung (Verwaltungsaufwand) im mechatronischen Endgerät vorgenommen werden muss.

Bewährtes Betriebskonzept Prime-Key-Technology (PKT)

Gefordert wurde bei dem Projekt ein On-/ Offline-System - und zwar in Verbindung mit den ohnehin vorhandenen passiven RFID-Ausweiskarten, die jeder offen als Sichtausweis mit sich führen muss. Hier boten sich passive digitale Schließkomponenten an, die im Gegensatz zu aktiven Komponenten keine eigenen Energiequellen benötigen. Bei der von Infraserv favorisierten "Prime Key Technology" wird die Berechtigungslogik nicht in den mechatronischen Offline- Komponenten gespeichert. Über den Ausweis werden die Berechtigungsprofile aktuell übertragen und über zentrale Master-Leser aktualisiert. Änderungen werden also bei jedem Passieren eines Master-Lesers an den zentralen Ein- und Ausgängen auf die jeweilige Karte geschrieben. Die Aktualisierung bei Änderung einer Zugangsberechtigung wird immer dann vorgenommen, wenn die Karte an einem der Master-Leser vorgehalten wird.
Damit in der Zwischenzeit - also vor dem Passieren eines dieser Master-Leser - der Schwebezustand reduziert wird, kann die Gültigkeitsdauer variabel heruntergesetzt werden: Wer sich mit einer ungültig gewordenen Karte im Gebäude aufhält, kann sich in diesem nur noch innerhalb der ehemals gewährten Berechtigung im definierten Offline-Bereich bewegen (Zwiebelschalenprinzip). Jede unberechtigte Buchung am Master-Leser löscht sämtliche Offline-Berechtigungen und alarmiert den Leitstand.
Eine Begrenzung der Benutzerzahl gibt es im primion-System nicht - und es lassen sich bis zu ca. 160 Schließungen zurückverfolgen ("Track Back"). Außerdem lassen sich je Person Zeitbereiche einstellen, deren Gültigkeit limitierbar ist. Ein weiterer Vorzug: Die bei herkömmlichen Konzepten oftmals verwendeten Schließpläne sind unnötig, da alle Zutrittsprofile virtuell über die eingesetzten RFID-Karten abgebildet sind.
Die Systembediener - also z.B. Gebäudeverantwortliche, Sicherheitsbeauftragte oder auch die Personalabteilung oder der Systemadministrator - können sämtliche Berechtigungen online direkt in der webgestützten Zutrittsapplikation administrieren. Durch Technologiekombinationen, etwa mit Videoüberwachung, können außerhalb der Geschäftszeiten Risiken zusätzlich reduziert werden.
Gewinner ist der Anwender, wie Bernd Dörwald bestätigt: "Wir haben ein ausgesprochen flexibles, kostengünstiges und praktisch handhabbares System gefunden, das optimal auf unsere Aufgabenstellung zugeschnitten ist".

Aus der Praxis
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