Thüringer Universitäten und Hochschulen

Thüringer Universitäten und Hochschulen setzen alles auf eine Karte

Im Freistaat Thüringen wurde deutschlandweit einmalig für alle Studenten und Mitarbeiter der Universitäten, Hoch- und Fachhochschulen sowie diverser Forschungseinrichtungen ein einheitlicher Ausweis ausgegeben, die Thüringer Hochschul- und Studentenwerkskarte thoska. Mit diesem berührungslosen Ausweis, der auf der Mifare-Technologie basiert, haben alle Studenten und Mitarbeiter die Möglichkeit, die folgenden Anwendungen zu nutzen:

  • Zutrittskontrolle und Zeiterfassung von primion
  • Mensanutzung und Abrechnung
  • Kopierernutzung und Abrechnung
  • Bibliotheksbenutzung und -verwaltung
  • Studenten- und Prüfungsverwaltung
  • Studentenwerksfunktionen
  • Identifikation
  • Teilweise Zahlfunktion mit Geldkarten-ZKA-Chip (z.B. Öffentlicher Personennahverkehr oder Parkplatzbewirtschaftung)

Die Aufgabe

Im Zuge der Sanierung des Streichhan-Baus der Hochschule für Musik in Weimar wurde der thoska-Ausweis ausgeschrieben und ist mit Zutrittsfunktion im Einsatz. Dank der Bewilligung von Mitteln für das Projekt thoska kann u.a. die Chipkarte am Hochschulstandort Weimar flächendeckend eingeführt werden. Die ersten Nutzungsfelder sind die Ausweis- und die Bezahlfunktion. Weitere Anwendungen für die Bibliotheksnutzung, Selbstbedienungsfunktionen für die Studierenden, Türöffnung u.a.m. sind geplant.

Das Ziel besteht darin, die vielen vorhandenen unterschiedlichen Ausweise und Chipkarten in der thoska zu vereinen, den Verwaltungsaufwand zu senken, gleichzeitig den Service für alle Nutzer zu erhöhen und z.B. die Erledigung von Routineprozessen fast rund um die Uhr in Selbstbedienung anzubieten.

Der Generalunternehmer für dieses Projekt ist die Firma InterCard Villingen-Schwenningen. primion ist der Partner von InterCard für die komplette Zutrittskontrolle und Zeiterfassung und gleichzeitig Service-Partner für Geräte aus dem Hause InterCard.

Eine echte Herausforderung bei diesem Projekt ist die Koordinierung des Ausweisnummernhaushaltes. Auf Grund der thüringenweiten Verflechtung des Systems, der großen Anzahl von standortbezogenen Einzel-Zutrittssystemen und der dadurch bedingten Eindeutigkeit von Ausweisnummern wurde das primion-Datenbanksystem so angepasst, dass die für alle Applikationen 12-stelligen Kartennummern eindeutig abgebildet werden kann. Dadurch ist es möglich, dass ein Student der Musikhochschule Weimar in der Bibliothek in Jena Bücher ausleihen kann, ein mit der Zutrittskontrolle von primion gesichertes Carrel (Einzelarbeitsraum) wochenweise mietet und anschließend in der Cafeteria bargeldlos essen und trinken kann. Auch ist es wiederum denkbar, dass ein Professor der Technischen Universität Ilmenau in der Bauhaus-Universität Weimar Zutritt zu Hörsälen bekommt und an den Kopierern des Studentenwerkes Kopien fertigen kann, die dann seiner Kostenstelle automatisch belastet werden.

Die Lösung - Eine Multifunktionskarte für tausende Studenten und Mitarbeiter

Im Jahre 2001 wurde als Pilotprojekt die Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar mit einer Zutrittskontrolle ausgestattet. Die Übungsräume, in denen die hochwertigen Musikinstrumente auch außerhalb der Proben verbleiben, sollen verschlossen sein und deren Belegung registriert werden.

Die Benutzung der Übungsräume ist außerhalb der normalen Öffnungszeit von Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr nur mit Ausweis möglich. Somit haben Studenten die Möglichkeit auch am Wochenende und bis 22 Uhr das Gebäude zu nutzen. Deshalb wurden diese Übungsräume wie auch alle technischen Betriebsräume und Flure mit berührungslosen Ausweislesern ausgestattet. Die in das Hochschulnetzwerk integrierten Zutrittskontrollzentralen IDT sind in einem eigens dafür vorgesehenen 19"-Schrank eingebaut.

Im gleichen Jahr wurde die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena eröffnet. Sie ist eine der traditionsreichsten deutschen Universitätsbibliotheken und verfügt über rund 3,9 Mio. Bestandseinheiten. Aufgabe der Zutrittskontrolle von primion ist der Schutz vor unberechtigtem Zutritt zu den Archiven mit wertvollen Beständen sowie die Organisation der zeitlichen Vermietung von Carrels an Studenten. Das System arbeitet eng mit der Brandmelde- und Einbruchsmeldeanlage zusammen. Die Bibliotheksmitarbeiter nutzen die integrierte Zeiterfassung.

Im Jahre 2000 baute primion im  Klinikum 2000 der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein Zutrittskontroll- und Zeiterfassungssystem mit einem Auftragsvolumen von mittlerweile fast  600.000 Euro ein. Alle 7.000 Mitarbeiter und Studenten besitzen einen thoska-Ausweis und können die Funktionen Zutrittskontrolle, Zeiterfassung, bargeldloses Bezahlen in der Mensa und Cafeteria, Bibliotheks-Service und Kopierfunktionen nutzen. Das Zutrittskontrollsystem prime WebAccess unter einer Oracle-Datenbank vereint den Neubau und die Gebäude in der Innenstadt von Jena mit ca. 400 Zutrittslesern und 90 Zutrittskontrollzentralen IDT6.

Der Server, der sich im Rechenzentrum befindet, kommuniziert über TCP/IP mit den angeschlossenen Zentraleinheiten. Von allen PC's im Universitätsnetz ist der Zugriff auf die Applikationen Zutrittskontrolle und Zeiterfassung über einen Standard-Browser möglich. Durch die HTML-Technologie kann nunmehr der technische Betriebsdienst bei einer Störung des Systems an jedem beliebigen PC im gesamten Netz der Friedrich-Schiller-Universität auf den Server zugreifen und reagieren. Eine Freischaltung von Zutrittsprofilen ist jetzt unproblematisch und kann sofort erfolgen, da diese Aktion nicht mehr an bestimmte Verwaltungs-Clients gebunden ist.

Aus der Praxis
de | en | fr